Jobguide STUTTGART_Baden-Württemberg_d82018_2

Stuttgart_Baden-Württemberg Company arbeiten. Auch der automobilbezogene Maschinen- und Anlagenbau nimmt eine zentrale Stellung in der Region ein. So erzielt beispiels- weise der Lackieranlagenspezialist Dürr nach eigenen Angaben rund 85 Prozent seines Umsatzes mit Kunden aus der Automobilbranche. Entsprechendes Gewicht hat das Auto auf dem florierenden Arbeits- markt rund um Stuttgart: Mit über 200.000 Arbeitsplätzen stellt der Fahrzeugbau in Baden-Württemberg ganze 17 Prozent aller Arbeits- plätze. Dazu kommen noch tausende von Beschäftigten im automobil- bezogenen Maschinenbau, im Handel- und Kfz-Handwerk aber auch bei zahlreichen Ingenieurdienstleistern und Personalleasingfirmen. Externes Personal, das je nach Auftragslage flexibel angefordert oder gekündigt werden kann, spielt im konjunkturanfälligen Fahrzeugbau heute eine gewichtige Rolle und zwar nicht nur in der Produktion, sondern auch in Forschung und Entwicklung. Stuttgart ist beispielsweise Hauptsitz des Prüf- und Sicherheits- unternehmens Dekra. Der TÜV-Konkurrent engagiert sich seit 1998 auch als Personaldienstleister und gehört heute mit fast 100 Ge- schäftsstellen und einem dreistelligen Millionenumsatz zu den füh- renden Adressen im Bereich Personalvermittlung und Zeitarbeit. Zu den Exportschlagern aus der Region zählen neben Autos, Wein und Spätzle auch die Produkte schwäbischer Werkzeug- und Maschinenbauer wie Stihl (Motorsägen), Dürr (Anlagenbau), Trumpf (Werkzeugmaschinen), Bauknecht (Hausgeräte) oder Kärcher (Reini- gungsmaschinen). Und wer per Flugzeug reist, klettert rund um den Globus meist auf einer Schopf-Fahrgasttreppe an Bord oder wird von einem Schopf-Flugzeugschlepper zum Landeplatz gerollt. Mit rund 66.000 Beschäftigten ist der Maschinenbau nach der Autobranche der zweitstärkste Industriesektor in der Region. Gerade Hochqualifizierten bietet die Region damit beste Jobchan- cen. Insgesamt arbeitet nach Schätzungen des Statistischen Amtes der EU Eurostat fast jeder vierte der rund 1,06 Millionen sozialversiche- rungspflichtig Beschäftigten im Großraum Stuttgart in einer Hoch- technologie-Branche. Neben dem Automobil- und Maschinenbau hat sich die Schwa- benmetropole zu einem bedeutenden Standort der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie entwickelt, seit hier vor 400 Jahren der Erfinder des Teleskops Johannes Kepler geboren wurde. Heute ist die Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stutt­ gart mit zwölf Instituten die größte in Europa. Gut zwei Drittel aller deutschen Raumfahrtingenieure werden hier ausgebildet. Und ein Großteil von ihnen bleibt: Zwischen Landeshauptstadt und Bodensee bieten Unternehmen wie der internationale Luft-und Raumfahrtkon- zern EADS und renommierte Zulieferer jede Menge spannende und gut bezahlte Jobs an, darunter beispielsweise die EADS-Tochter Tesat- Spacecom, Thales ATM, Innovative Navigation und der Stuttgarter Technologiekonzern Robert Bosch. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, eine der wichtigsten europäischen Forschungs- Stuttgart 21 findet Klaus Pöllath gut: „Als Stuttgarter Traditionsunter- nehmen sind wir natürlich sehr stolz, dass wir an diesem international richtungweisenden und für die zukünftige Entwicklung der Region immens wichtigen Infrastrukturvorhaben maßgeblich mitwirken dür- fen“, sagt der Vorstand der Ed. Züblin AG. Das Stuttgarter Bauunter- nehmen hat im März 2012 den Zuschlag für den Bau des Tiefbahn- hofs im Rahmen der Großbaustelle Stuttgart 21 erhalten, ein Auftrag im Wert von rund 300 Millionen Euro. Auch dem Stuttgarter Bau- unternehmen Baresel beschert das Projekt volle Auftragsbücher: Das mittelständische Familienunternehmen mit 500 Mitarbeitern erhielt den Auftrag für einen der beiden Tunnel, der vom neuen Tiefbahnhof in den Stadtteil Feuerbach führt. Auch wenn Kommunikationspannen, ausufernde Kosten und gefällte alte Bäume bei dem Bahnprojekt zwischenzeitlich für einen heftigen Aufstand der Bevölkerung sorgten, zeigt Stuttgart 21 letzt- endlich auch, dass wirtschaftlicher Erfolg und Mobilität seit jeher eng miteinander verknüpft sind. Das weiß niemand so gut wie die Schwaben, die vor über 100 Jahren in Stuttgart das Automobil erfun- den haben. Stuttgart 21, der Arbeitstitel für das Bahnprojekt Stuttgart – Ulm, stellt den größten Ausbau des öffentlichen Schienenverkehrs in Baden-Württemberg seit dem 19ten Jahrhundert dar. Das Projekt umfasst neben dem Umbau des alten Stuttgarter Kopfbahnhofs in ei- nen hochmodernen Durchgangsbahnhof vor allem den Neubau einer Schnellstrecke bis nach Ulm, die Modernisierung und Erweiterung verschiedener Bahnhöfe in der Region und die Anbindung des Stutt- garter Flughafens ans Fern- und Regionalbahnnetz. Unter dem Strich erhofft sich die Landesregierung nach 2020 da- von handfeste wirtschaftliche Vorteile: Neue Arbeitsplätze, verbesserte Mobilität in der Region und den engeren Anschluss an benachbarte Wirtschaftsregionen wie Karlsruhe, Ulm, Augsburg und München. Von einer optimalen Verkehrsinfrastruktur profitiert vor allem die regionale Kernbranche, deren Produkte zu rund 75 Prozent in den Export gehen und die deshalb eine gute Anbindung ans Straßen- und Schienennetz benötigt: Die Region Stuttgart zählt weltweit zu den wichtigsten Zentren der Automobilindustrie. In und um Stutt- gart haben nicht nur die Autokonzerne Daimler und Porsche ihren Stammsitz, auch die Wiege von Audi steht nur 60 Kilometer nörd- lich von Stuttgart entfernt in Neckarsulm. Schon vor über 100 Jahren baute NSU hier Autos und Motorräder. Später fusionierte NSU mit der zum Volkswagen-Konzern gehörenden Ingolstädter Auto Union. Doch erst 1985 wurde mit der Umbenennung des Unternehmens in Audi AG der Firmensitz nach Ingolstadt verlegt. Heute produzieren knapp 16.000 Audi-Mitarbeiter in Neckarsulm unter anderem die Modelle A4, A6, A7 und A8, außerdem unterhält der Autobauer hier sein Leichtbauzentrum, dessen Ingenieure zahlreiche Patente halten. Rund um die großen Autobauer hat sich eine milliardenschwere Zulieferindustrie etabliert – allen voran Robert Bosch. Allein das Ge- schäftsfeld „Mobility Solutions“ des 1886 in Stuttgart gegründeten Technologiekonzerns trägt rund 70 Prozent zum Gesamtumsatz von des Unternehmens bei. Damit ist Bosch weltweit die Nummer Eins unter den Autozulieferern. Aber auch Unternehmen wie der Kolben- spezialist Mahle, das Kühl- und Klimatechnikunternehmen Behr In- dustry, das inzwischen zu Mahle gehört, die Firma Mann + Hummel (Luftfilter) und Eberspächer (Abgastechnik und Standheizungen) ge- hören zu den 100 größten Fahrzeugspezialisten rund um den Globus. Dazu kommen noch über 400 kleine und mittlere Zulieferbetriebe in der Region, die ganz oder überwiegend für die Automobilbauer Heilig‘s Blechle Sie haben das Auto erfunden, schießen Satelliten ins Weltall und bauen sich einen Super-Bahnhof. Trotz der malerischen Lage zwischenWeinbergen und Neckartal ist die Region Stuttgart vor allem Industriehochburg und ein Hightech-Standort, an demman Mobilität groß schreibt. Ein Großteil der deutschen Exporte und jede Menge Patente stammen aus dem Schwabenland. [ Stuttgart zählt weltweit zu den wichtigsten Zentren der Automobilindustrie. Fotos: Dieter Schütz, Peter von Bechen/beide Pixelio

RkJQdWJsaXNoZXIy NTYxMjE=