Jobguide STUTTGART_Baden-Württemberg_d619

Stuttgart_Baden-Württemberg Stuttgart 21 findet Klaus Pöllath gut: „Als Stuttgarter Traditionsunter- nehmen sind wir natürlich sehr stolz, dass wir an diesem international richtungweisenden und für die zukünftige Entwicklung der Region immens wichtigen Infrastrukturvorhaben maßgeblich mitwirken dür- fen“, sagt der Vorstand der Ed. Züblin AG. Das Stuttgarter Bauunter- nehmen hat im März 2012 den Zuschlag für den Bau des Tiefbahn- hofs im Rahmen der Großbaustelle Stuttgart 21 erhalten, ein Auftrag im Wert von rund 300 Millionen Euro. Auch dem Stuttgarter Bau- unternehmen Baresel beschert das Projekt volle Auftragsbücher: Das mittelständische Familienunternehmen mit 500 Mitarbeitern erhielt den Auftrag für einen der beiden Tunnel, der vom neuen Tiefbahnhof in den Stadtteil Feuerbach führt. Auch wenn Kommunikationspannen, ausufernde Kosten und gefällte alte Bäume bei dem Bahnprojekt zwischenzeitlich für einen heftigen Aufstand der Bevölkerung sorgten, zeigt Stuttgart 21 letzt- endlich auch, dass wirtschaftlicher Erfolg und Mobilität seit jeher eng miteinander verknüpft sind. Das weiß niemand so gut wie die Schwaben, die vor über 100 Jahren in Stuttgart das Automobil erfun- den haben. Stuttgart 21, der Arbeitstitel für das Bahnprojekt Stuttgart – Ulm, stellt den größten Ausbau des öffentlichen Schienenverkehrs in Baden-Württemberg seit dem 19ten Jahrhundert dar. Das Projekt umfasst neben dem Umbau des alten Stuttgarter Kopfbahnhofs in ei- nen hochmodernen Durchgangsbahnhof vor allem den Neubau einer Schnellstrecke bis nach Ulm, die Modernisierung und Erweiterung verschiedener Bahnhöfe in der Region und die Anbindung des Stutt- garter Flughafens ans Fern- und Regionalbahnnetz. Unter dem Strich erhofft sich die Landesregierung nach 2020 da- von handfeste wirtschaftliche Vorteile: Neue Arbeitsplätze, verbesserte Mobilität in der Region und den engeren Anschluss an benachbarte Wirtschaftsregionen wie Karlsruhe, Ulm, Augsburg und München. Von einer optimalen Verkehrsinfrastruktur profitiert vor allem die regionale Kernbranche, deren Produkte zu rund 75 Prozent in den Export gehen und die deshalb eine gute Anbindung ans Straßen- und Schienennetz benötigt: Die Region Stuttgart zählt weltweit zu den wichtigsten Zentren der Automobilindustrie. In und um Stutt- gart haben nicht nur die Autokonzerne Daimler und Porsche ihren Stammsitz, auch die Wiege von Audi steht nur 60 Kilometer nörd- lich von Stuttgart entfernt in Neckarsulm. Schon vor über 100 Jahren baute NSU hier Autos und Motorräder. Später fusionierte NSU mit der zum Volkswagen-Konzern gehörenden Ingolstädter Auto Union. Doch erst 1985 wurde mit der Umbenennung des Unternehmens in Audi AG der Firmensitz nach Ingolstadt verlegt. Heute produzieren knapp 16.000 Audi-Mitarbeiter in Neckarsulm unter anderem die Modelle A4, A6, A7 und A8, außerdem unterhält der Autobauer hier sein Leichtbauzentrum, dessen Ingenieure zahlreiche Patente halten. Rund um die großen Autobauer hat sich eine milliardenschwere Zulieferindustrie etabliert – allen voran Robert Bosch. Allein das Ge- schäftsfeld „Mobility Solutions“ des 1886 in Stuttgart gegründeten Technologiekonzerns trägt rund 70 Prozent zum Gesamtumsatz von des Unternehmens bei. Damit ist Bosch weltweit die Nummer Eins unter den Autozulieferern. Aber auch Unternehmen wie der Kolben- spezialist Mahle, das Kühl- und Klimatechnikunternehmen Behr In- dustry, das inzwischen zu Mahle gehört, die Firma Mann + Hummel (Luftfilter) und Eberspächer (Abgastechnik und Standheizungen) ge- hören zu den 100 größten Fahrzeugspezialisten rund um den Globus. Dazu kommen noch über 400 kleine und mittlere Zulieferbetriebe in der Region, die ganz oder überwiegend für die Automobilbauer Heilig‘s Blechle Sie haben das Auto erfunden, schießen Satelliten ins Weltall und bauen sich einen Super-Bahnhof. Trotz der malerischen Lage zwischenWeinbergen und Neckartal ist die Region Stuttgart vor allem Industriehochburg und ein Hightech-Standort, an demman Mobilität groß schreibt. Ein Großteil der deutschen Exporte und jede Menge Patente stammen aus dem Schwabenland. Fotos: Dieter Schütz, Peter von Bechen/beide Pixelio

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