Jobguide MASCHINENBAU_ELEKTRO_ENERGIE_d619

Maschinen- und Anlagenbau Dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau geht es nicht schlecht. Aber auch nicht richtig gut. Seit fünf Jahren tritt Deutschlands Vorzeigeindustrie mehr oder weniger auf der Stelle. Mit einem Anteil von 16 Prozent an der Weltmaschinenausfuhr verteidigen die deut- schen Maschinen- und Anlagenbauer zwar wacker ihre Pole Position als weltweit größtes Maschinen-Exportland. Zugleich erleben sie je- doch schon seit geraumer Zeit, was die Entwicklung der Auftragsein- gänge, Umsätze und Marktanteile in einer stagnierenden Weltwirt- schaft angeht, eine beunruhigende Seitwärtsbewegung, die scheinbar kein Ende nehmen will. So legte der deutsche Maschinenbau 2015 zwar einen Rekord- umsatz von beeindruckenden 218 Milliarden Euro hin. Ein Zeichen von Stärke und Stabilität. Doch „richtig rund lief die Nachfrage nach Maschinen dennoch nicht“, wie Reinhold Festge, Präsident des Ver- bandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im Früh- jahr 2016 feststellte. Und für 2016 prognostizierten die VDMA- Volkswirte daher auch erneut eine Stagnation der realen Produktion. „Die weltweite Nachfrage nach Maschinen und Anlagen kommt nicht in Fahrt. Wir müssen weiterhin auf konjunkturelle Wachstumsim- pulse verzichten“, sagt Festge. Fakt ist: In der Branche herrscht Unruhe. Denn im Heimatmarkt Deutschland selbst wird wenig investiert. Sie ist also auf Gedeih und Verderb von einem weiter gut laufenden Exportgeschäft abhängig. Fast 80 Prozent der heimischen Produktion liefern die rund 6.390 überwiegend mittelständischen Maschinen- und Anlagenbauer ins Ausland. Immer spannender wird dabei die Frage, wo genau hin. Hauptabnehmer – bezogen auf Regionen – sind die europäischen Nachbarn: Mehr als jeden zweiten Umsatzeuro erwirtschaften die deutschen Maschinenbauer mit dem Export ins europäische Ausland. Daneben entpuppten sich 2015 erstmals seit 2008 wieder die USA als wichtigstes Absatzland mit einem Anteil von 10,8 Prozent an den deutschen Maschinenausfuhren, noch vor China, dessen Markt sogar um 5,9 Prozent nachgab. Mexiko stieg mit einem Plus von mehr als 40 Prozent zum wichtigsten lateinamerikanischen Markt auf, noch vor dem einstigen Schwellenländer-Star Brasilien. Wie vielen anderen Rohstoffländern bescherten bröckelnde Preise dem Amazonasstaat den Absturz. Das Russland-Geschäft – 2013 noch viertwichtigster Handelspartner – brach um fast 27 Prozent ein. Die europäischen Nachbarländer hingegen zeigten sich stabil: Mit den EU-28 steigerten die deutschen Maschinenbauer ihr Geschäft um 6,7 Prozent. Große Hoffnungen setzen die deutschen Maschinenbauer in den kommenden Jahren auf eine weiterhin starke Nachfrage aus den USA. In dem Bewusstsein, mit der Fertigung auch die Arbeitsplätze ins bil- ligere Ausland verlagert zu haben, schob US-Präsident Barack Obama im Zuge einer „intelligenten Industriepolitik“ die Modernisierung der Fabriken voran. Die deutsche Maschinenbaulobby trommelt jetzt für einen erfolgreichen Abschluss von TTIP. Das Freihandelsabkommen könnte dazu führen, dass kleine und mittelständische Betriebe leich- teren Zugang zum US-Markt bekommen. Wegen doppelter Zertifi- zierungen und unterschiedlichen Qualitätsstandards verteuern sich derzeit noch deutsche Produkte im Maschinenbau durchschnittlich um rund 46 Prozent. Allein schon der Wegfall der Zölle würde zu einer jährlichen Kostenersparnis von 1 Milliarde Euro führen. Trotz der Konjunkturabkühlung in China wird das Reich der Mitte auch weiter ein bedeutender Absatzmarkt für deutsche Maschi- nen bleiben. Für 2016 rechnete der VDMA zwar noch einmal mit rückläufigen Exporten nach China. Einen drastischen Einbruch er- wartet die Branche derzeit allerdings nicht. ImMai 2015 kündigte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt zwar an, in den nächsten zehn Jahren im Eiltempo zum führenden Hightech-Anbieter avancieren zu wollen. Diese staatlich verordnete Qualitätsoffensive birgt für die deutsche Maschinenbauzunft Chancen wie Risiken. Für die Moder- nisierung und Automatisierung größerer Industrieanlagen wird China Premium-Produkte und intelligente Serviceleistungen benötigen, was eine Domäne deutscher Anbieter ist. Gleichzeitig gilt es für kleinere Firmen, die sich für die Produktion eben nur preiswertere Angebote leisten können, nicht einfach abgespeckte Hightech-Produkte, son- dern passgenaue Lösungen anzubieten. „Da die Mitarbeiter in China weniger gut ausgebildet sind, sind deren Firmen bereit, für eine ein- fachere Bedienbarkeit und sich selbstoptimierende Geräte mehr Geld zu bezahlen“, sagt Oliver Horlebein, Partner der Unternehmensbera- tung Arthur D. Little. Die Erfolgsaussichten sind allerdings nicht in allen der fast 40 Teilbereiche der Branche gleich gut. So geht die deutsche Photovol- Auf ins vernetzte Industriezeitalter Industrie 4.0 ist im deutschen Maschinen- und Anlagenbau, in der Elektrotechnik und Elektronik sowie in der Energiewirtschaft das dominierende Thema, an demmit Hochdruck gearbeitet wird. Um sich dafür zu rüsten, braucht die Branche jede Menge Ingenieure und IT-Fachkräfte.

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