Jobguide MASCHINENBAU_ELEKTRO_ENERGIE_d521

Company Foto: Fotohansel/Fotolia Was die Branche zusätzlich noch umtreibt, ist das Thema Künst- liche Intelligenz (KI). Dabei setzen Maschinenbaubetriebe insbe- sondere auf die Technik des „Machine Learning“. Denn mit Hilfe Künstlicher Intelligenz werden Menschen zukünftig noch enger mit Maschinen zusammenarbeiten. Sie sorgt dafür, dass Maschinen die Bedürfnisse der Menschen und der Prozesse immer besser erkennen und darauf eingehen. So können beispielsweise einfache monotone Arbeiten in Zukunft besser durch KI-basierte Lösungen ausgeführt oder unterstützt werden, etwa das Prüfen von Rechnungen oder Qua- lität in der Produktion. Das wird absehbar zu mehr Nachfrage nach Ingenieuren und Informatikern führen, die diese Systeme entwickeln und zur Produktreife bringen. Zudem suchen Unternehmen nach Fachkräften und Ingenieuren, die die jeweiligen Prozesse beherrschen, denn KI kann immer nur in Symbiose mit vorhandenem Prozesswissen funktionieren. Der Ein- satz von KI-basierten-Lösungen, sagt der VDMA, ersetze nicht den Menschen im Maschinenbau, sondern verlange nach ihm als Trainer beziehungsweise Manager. Die Weiterbildung in diesem Themenfeld spielt daher eine entscheidende Rolle. KI-Kompetenz wird nicht nur von IT-Spezialisten und Programmierern verlangt, sondern von Be- schäftigten aller Funktionen, Ebenen und Fachbereiche. Welche Bedeutung Machine Learning für den Maschinenbau hat, zeigt eine aktuelle Umfrage des VDMA. Danach haben rund 46 Pro- zent der Teilnehmer schon KI-Lösungen im Einsatz. Genutzt wird Machine Learning vor allem in der Konstruktion und Entwicklung (14 Prozent), im Kundendienst (13 Prozent), in der Produktion (13 Prozent), im Rechnungswesen und Controlling (10 Prozent) sowie im Condition Monitoring (13 Prozent) und für Remote Services (13 Pro- zent). Zudem planen die befragten Unternehmen in den kommenden drei Jahren den Einsatz in den Prozessen und Produkten deutlich zu verstärken. Bis 2022 will mehr als die Hälfte der Firmen Machine Learning im Kundendienst einsetzen. Nachdem 2019 globale Handelskonflikte, das Brexit-Drama und der Strukturwandel in der Autoindustrie die Geschäfte des Maschi- nen- und Anlagenbaus belastet hatten, ist die deutsche Schlüsselbran- che im Januar 2020 mit Schwung und einem Auftragsplus von sieben Prozent in das Jahr gestartet. Als dann die Corona-Krise in China ausbrach, war die Branche auch in Deutschland sofort betroffen, weil China Deutschlands wichtigster Lieferant von Komponenten und Teilen ist und die Lieferkette unterbrochen war. Im März traf der Vi- rus die Branche dann auch hier in Deutschland – mit Langfristfolgen, die noch nicht abzusehen sind. Ohnehin kämpft der deutsche Maschinen- und Anlagenbau zunehmend mit China. Die Volksrepublik ist einerseits einer der wichtigsten Auslandsmärkte. Doch gleichzeitig klagen die deutschen Maschinenbauer über unfairen Wettbewerb, der durch staatliche För- derung und Abschottungsmechanismen Pekings verursacht wird. Die Branche klagt, dass der technologische Vorsprung der deut- schen Hersteller gegenüber den immer stärker werdenden Konkur- renten aus der Volksrepublik schmilzt. „China ist in vielen Bereichen kein Entwicklungsland mehr“, sagte Ulrich Ackermann, Leiter der VDMA-Außenwirtschaft. „Deshalb müssen für China die gleichen internationalen Handelsregeln wie für Deutschland oder die EU gel- ten.“ Die EU müsse ihre Fusionskontrolle lockern, um gezielt „euro- päische Champions“ zu schaffen. Annette Eicker

RkJQdWJsaXNoZXIy NTYxMjE=