Jobguide FRANKFURT_Rhein_Main_Neckar_d818

Frankfurt_Rhein-Main Company Aventis bis hin zum kleinen, innovativen Softwareentwickler oder Biotech-Gründer im Technologiezentrum Industriepark Höchst. Zusammen bescherten sie der Stadt gemessen an der Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren stets einen Spitzenplatz bei den Gewerbe- steuereinnahmen. Investiert werden soll vor allem ins Bildungswesen und den Ausbau von Kindertagesstätten. Dass sich der Frankfurter Arbeitsmarkt als relativ krisenfest erwie- sen hat, liegt nicht zuletzt an dem hohen Anteil Hochqualifizierter. Knapp 18 Prozent aller abhängig Beschäftigten haben hier einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, im Bundesdurchschnitt sind es nur rund zwölf Prozent. Weil Banken, Unternehmensbera- tungen, Wirtschaftskanzleien und die Forschungs- und Entwick- lungsabteilungen der Chemie- und Pharmabranche jede Menge Fach- kräfte brauchen, liegt die Arbeitslosenquote im Großraum Frankfurt stets unter dem Bundesdurchschnitt – obwohl hier täglich auch noch fast 390.000 Pendler über die Stadtgrenze einpendeln. In der Finanz- und Logistikbranche, in weltweit tätigen Bera- tungsgesellschaften, aber auch in den großen, hier ansässigen Indus- trie-Konzernen wie der Schweizer Clariant, der französischen Sanofi- Aventis, dem US-Konzern Procter & Gamble (USA) und auch Nestlé aus der Schweiz geht es innerhalb der Belegschaft sehr international zu. Das Ergebnis: Rund ein Viertel der Einwohner Frankfurts hat denn auch gar keinen deutschen Pass. Ein gutes Drittel kommt aus der EU, etwa 20 Prozent sind Türken, dazu kommen knapp 17.000 US-Bürger, über 12.000 Russen und rund 23.000 Menschen aus Chi- na, Indien, Japan und Korea. Als weltoffene „Metropole im Kleinformat“ braucht Frankfurt daher den Vergleich mit anderen deutschen Großstädten und sogar mit Publikumsmagneten wie London, Paris oder Kopenhagen nicht zu scheuen. Eine Studie der internationalen Unternehmensberatung Mercer bescheinigt Mainhatten eine hohe Lebensqualität – ebenfalls auf Platz acht von 50 und noch vor Städten wie Amsterdam, Kopen- hagen, London und Oslo! Das lockt Touristen, Geschäftsreisende und Jobsuchende gleicher- maßen: Das Researchteam des weltweit tätigen Immobilienmaklers Cushman &Wakefield meint deshalb sogar, dass Frankfurt gleich hin- ter London und Paris die beste Stadt ist, um gute Geschäfte zu machen. Dienstleistungen Das ist deutscher Rekord: Stolze 90 Prozent aller Betriebe in Frank- furt sind dem Dienstleistungssektor zuzurechnen. Gemeinsam erzie- len Banker, Berater & Co. 83 Prozent der jährlichen Wirtschaftslei- stung der Stadt. Rund 3.700 Industriebetrieben stehen alleine über 4.000 Unternehmensberatungen, 8.700 Rechtsanwaltskanzleien und mehr als 1.800 Steuerberater gegenüber. Alle großen Beratungs- und Prüfungsgesellschaften sowie die großen Wirtschaftskanzleien unterhalten hier eigene Büros und so ist es kein Wunder, dass es in Frankfurt mehr Unternehmensberater als Im März 2015 wurde sie endlich eingeweiht, die „Ikone für die Euro- päische Union“. Die zwei ineinander geschlungenen Türme der EZB ragen in den Frankfurter Himmel und bieten Platz für 2.600 Mitar- beiter. Der größere Nordturm bringt es auf 185 Meter, der Südturm ist zwanzig Meter kleiner, etwa so hoch wie der Kölner Dom. Ver- bunden sind sie mit zahlreichen Übergängen. Integriert in die Türme ist die unter Denkmalschutz stehende Großmarkthalle aus dem Jahr 1928, in der einst Kohlköpfe und Fisch gehandelt wurden. Jetzt ist hier Platz für 2.600 Mitarbeiter und in den obersten Etagen legt das EZB-Direktorium die Leitzinsen fest. Damit hat die Frankfurter Skyline einen weiteren markanten Wolkenkratzer bekommen – und mal wieder ist es eine Bank. Die Finanzbranche hat Image und Optik von „Mainhatten“ in den letz- ten Jahrzehnten entscheidend geprägt: Im wahrsten Sinne des Wortes „heraus“ ragen beispielsweise der 259 Meter hohe Commerzbank- turm, der Westendtower der DZ Bank (208 Meter), der Maintower der Landesbank Hessen-Thüringen HeLaBa (200 Meter) und die Zwillingstürme der Deutschen Bank – von den Frankfurtern auch gern „Soll und Haben“ genannt. In den Augen der EZB-Manager versinnbildlicht ihr neues Ge- bäude aus Stahl und Glas die Werte Stabilität und Transparenz – Wer- te, die auch die Stadt Frankfurt gern für sich reklamiert. Tatsächlich scheint die Banken-Stadt die Sturmschäden der weltweiten Finanzkri- se bislang gut zu verkraften. Zwar müssen viele Institute sparen, doch das machen sie lieber woanders. Wer kann, erhält sich sein Standbein am Main und reduziert dafür lieber die Zahl seiner Niederlassungen in der Fläche: „Frankfurt ist der relative Krisengewinner“, bestätigt Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der HeLaBa. Seit Jahren ist zu beo- bachten, dass sich die Jobs in der deutschen Bankbranche verstärkt in der Main-Metropole konzentrieren. Dies dürfte sich durch die Krise noch stärker akzentuiert haben. So gewinnt Frankfurt in seiner Rolle als zentraler deutscher Finanzplatz weiter an Gewicht und stärkt da- mit auch international seine Wettbewerbsfähigkeit. Im Vergleich zu europäischen Millionenstädten wie London, Pa- ris, Berlin und München ist Frankfurt mit rund 700.000 Einwohnern zwar deutlich kleiner. Doch die Einwohnerzahl wächst seit Jahren und hat Ende 2014 einen neuen Höchststand erreicht. Zudem bildet die Stadt den Kern der Rhein-Main Region, in der 5,6 Millionen Men- schen leben. 365.000 Unternehmen erwirtschaften hier ein jährliches Bruttoinlandsprodukt von 1,9 Milliarden Euro und beschäftigen 2,1 Millionen Menschen. Mit dem internationalen Flughafen Frankfurt, dem größten in Kontinentaleuropa, dem dichten Schienen- und Autobahnnetz und dem direkten Zugang zu den viel befahrenen Wasserwegen Rhein und Main ist Frankfurt zudem ein zentraler europäischer Verkehrs- knotenpunkt und ein bedeutender internationaler Distributions-, Messe- und Handelsplatz. Auch für den wichtigen Anschluss an die Datenautobahn haben die Stadtväter frühzeitig gesorgt und bereits ab Mitte der 90er Jahre den Aufbau eines modernen Glasfaserkabelnetzes vorangetrieben. Heute zählt Frankfurt mit mehr als 8.000 Unterneh- men in der Informationstechnologie und Telekommunikation zu den europäischen Zentren der ITK-Branche. Von diesem produktiven Umfeld profitieren aber auch Unterneh- men aus vielen anderen Branchen und in jeder Größenordnung – ange- fangen von großen Industriekonzernen wie dem Pharmariesen Sanofi- Flieger und Finanzen Manager und Touristen, Zootiere und Post, Aktienorders und Termingeschäfte – der Weg nach Deutschland führt Menschen, Luftfracht und Zahlungsströme aus aller Welt durch Frankfurt. Airport und Finanzbranche bestimmen das Wirtschaftsleben, doch auch für Forscher und Entwickler sind die Standortbedingungen gut. Fotos: miroslaw, Olaf Schneider/beide Pixelio [ In Frankfurt gibt es mehr Unternehmensberater als Unternehmer.

RkJQdWJsaXNoZXIy NTYxMjE=